Am Samstag rollte zum ersten Mal der Ball auf dem Kunstrasen

Kunstrasen in Sand

Einzigartig im Landkreis:

Die Gemeinde Sand nimmt ihren Kunstrasenplatz feierlich in Betrieb – Auftaktspiel: Politiker gegen Bauhelfer vergrößern schließen.

Von Land und aus der Luft kann sich das Sportgelände der Gemeinde Sand sehen lassen.

Rechtzeitig bevor die schlechte Witterung einsetzt, ist das Kunstrasenspielfeld der Gemeinde Sand fertig geworden. Am morgigen Samstag wird das Spielfeld offiziell seiner Bestimmung übergeben. Ein richtiges Einweihungsfest mit Spielbetrieb und alles was in Sand bei einem Fest so dazugehört, soll im nächsten Jahr über die Bühne gehen, wenn die Mannschaften ihren Spielbetrieb abgeschlossen haben.

Dennoch soll das Spielfeld, wie die Gemeinde am Donnerstag mitteilte, nicht sang- und klanglos in Betrieb gehen. Deshalb findet am Samstag um 13.30 Uhr eine offizielle Übergabe im Sander Seestadion statt. Um 14.15 Uhr wird der Platz gleich einem richtigen Härtetest unterzogen, wenn eine Auswahl aus Bürgermeistern, Kreis- und Sander Gemeinderäten gegen ein Team der Bauhelfer des 1. FC Sand antritt. Um 16.00 Uhr testet die zweite Mannschaft des 1. FC Sand in einem Spiel der Kreisliga Schweinfurt gegen den TSV Forst das neue Spielfeld unter Wettkampfbedingungen. Das neue Kunstrasenspielfeld ist das erste seiner Art im Landkreis Haßberge. Es ist Bestandteil des Leader-Projekts „Miteinander – Selbstverständlich! Sport- und Kulturzentrum am See“, das aus Mitteln der Europäischen Union mit 150 000 Euro gefördert wurde. Der Platz steht nicht nur Vereinen aus der Gemeinde Sand, sondern auch aus dem Landkreis und der Region zur Verfügung. Das Projekt „Sport- und Kulturzentrum“ beinhaltet neben dem Kunstrasenplatz auch die Anschaffung einer mobilen Bühne für Musikveranstaltungen im Freien.

Das Kunstrasenspielfeld ist Teil des gesamten Sportstättenkomplexes, der teils von der Gemeinde und teils von den Vereinen errichtet wurde und unterhalten wird. Neben der Dreifach-Turnhalle zählen dazu zwei Natur- und jetzt ein Kunstrasenspielfeld, eine Vierbahnen-Kegelanlage, ein Turnerheim mit Gymnastikraum und Turnplatz sowie fünf Tennisplätze. In der Turnhalle ist im Untergeschoss der offene Jungendtreff der Gemeinde eingerichtet. Außerdem hat das Blasorchester dort seine Übungs- und Lagerräume.

In der Pressemitteilung aus dem Rathaus blickt Bürgermeister Bernhard Ruß auf den Werdegang des Vorzeigeprojekts zurück: Die Gemeinde Sand habe bei Beantragung von EU-Mitteln schnell gehandelt. Am 14. Mai 2013 hatte Ruß mit der Leader-Stelle am Landratsamt Haßberge Kontakt aufgenommen, ob überhaupt eine Leader-Förderung denkbar wäre. Vom 7. bis 11. Juni wurde der Antrag erstellt. Am 11. Juni erfolgte die Beschlussfassung im Gemeinderat, die mit 8:7 Stimmen denkbar knapp ausging. Am 12. Juni stimmte der Steuerkreis des Leader Aktionsgebietes (LAG) als Voraussetzung für die Bewilligung des Antrages zu. Am 1. August erhielt die Gemeinde die Bewilligung des Förderantrages. Am 21. August 2013 wurde der Förderbescheid des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten förmlich überreicht.

Nach längeren Diskussionen im Gemeinderat und in der Bürgerschaft entschied sich der Gemeinderat am 26. Februar diesen Jahres mit 13:4 Stimmen für die Errichtung eines Kunstrasenspielfeldes. Die Baukosten – ohne Baunebenkosten – wurden auf 520 000 Euro begrenzt. Im Mai vergab die Gemeinde den Auftrag mit einer Summe von 443 000 Euro an die Firma Strabag (Köln) die am 8. September die Arbeiten aufnahm. Mitte Oktober war der Platz fertig gestellt, die technische Abnahme erfolgte am 14. Oktober. Ab 2. November wird der offizielle Spiel- und Trainingsbetrieb aufgenommen.

Stark eingebracht hat sich laut Rathaus bei der Baumaßnahme der 1. FC Sand mit Eigenleistungen. Zunächst hätten freiwillige Helfer die Abbrucharbeiten übernommen; später pflasterten sie die kompletten Flächen um das Spielfeld und brachten die Planken an. Die Einsparungen für die Gemeinde dafür betrugen rund 50 000 Euro, so Ruß.

Eigentümer des Platzes ist die Gemeinde. Die Stunden für den Trainings- und Spielbetrieb auf dem Platz müssen über die Gemeindeverwaltung Sand gebucht werden. Ansprechpartner ist Matthias Klauda. Die Nutzungsgebühren für eine Trainingsstunde betragen 27,50 Euro, für ein Fußballspiel 55 Euro. Je nach Zahl der gebuchten Stunden wird ein Rabatt gewährt. Umkleideräume und Duschen stellt der 1. FC Sand zur Verfügung. Hierfür wird eine zusätzlich Gebühr von 25 Euro fällig.

Übungsstunden müssen vorab verbindlich gebucht werden. Im Falle der Stornierung wird die Hälfte der Gebühr fällig. Angemietet für den Spiel- und Trainingsbetrieb kann das Spielfeld ab dem 2. November.

„Die Gemeinde Sand möchte durch innovative Maßnahmen das Leben in der Gemeinde und im Landkreis Haßberge attraktiver gestalten“, heißt es in der Pressemitteilung vom Donnerstag. Gerade in Zeiten, in denen der ländliche Raum gegenüber den Städten an Attraktivität verliert, sei es wichtig, neben der Grundversorgung soziokulturelle Anreize bieten zu können. Durch das pilothafte Vorhaben „Miteinander – Selbstverständlich! Sport- und Kulturzentrum am See wird die Teilnahme am sozialen Leben für alle Bevölkerungsgruppen im gesamten LAG-Gebiet ermöglicht.