Freie Fahrt für Rollstühle und Rollatoren ins Rathaus

Gemeinderat beschließt Außenrampe für Sander Regierungsgebäude

Die Außenfassade des Sander Rathauses erfährt eine Änderung, wenn der barrierefreie Zugang ermöglicht wird.

Schon seit längeren befasst man sich in Sand mit einem barrierefreien Zugang zum Rathaus. Als größtes Hindernis zeigten sich bisher die drei Stufen im Eingangsbereich, die nach ersten Planungen mit einer Art Hebebühne überwunden werden sollten.

In der Gemeinderatssitzung am Dienstag stellte Architekt Jürgen Rebhan (Bamberg) eine andere Variante vor. Um die drei Stufen im Innenbereich zu überwinden, soll nach den neuen Planungen an der Außenfassade des Rathauses eine langsam ansteigende Rampe angelegt werden, die den Höhenunterschied ausgleicht. Dadurch könnten Rollstuhlfahrer die Amtsräume im Innenbereich ohne Schwierigkeiten erreichen. Für sonstige Besucher soll die Rampe im Außenbereich durch eine Treppenanlage erweitert werden.

Im Gemeinderat konnte man sich mit der neuen Variante anfreunden, denn, so wurde argumentiert, eine technische Lösung mit einer Hebebühne erfordere auf Dauer einen größeren Aufwand. Gleichzeitig mit der Außenrampe soll das markante Sandsteinportal des Rathauszuganges trotz eventueller Renovierungsmaßnahmen erhalten bleiben. Die jetzige schwere Rathaustür müsste jedoch durch eine mit elektrischen Öffnungsmechanismus ausgestattete neue Tür ersetzt werden. Ob in Innern des Rathauseinganges noch ein Windfang eingebaut wird, blieb offen. Für einen barrierefreien Zugang zum Rathaus wurde der Gemeinde Sand eine staatliche Förderung von 308 000 Euro in Aussicht gestellt. Eigenmittel muss die Gemeinde Sand rund 140 000 Euro aufbringen.

Mit einem einstimmig gefassten Beschluss zeigte sich der Gemeinderat Sand mit den vorgelegten neuen Planungen einverstanden. Die Gemeindeverwaltung wurde beauftragt, die entsprechenden Unterlagen zur Beantragung der Fördermittel bei der Regierung von Unterfranken einzureichen.

Genehmigte Bauvorhaben in Sand

Bauvoranfrage Florian und Johanna Zösch: Neubau eines Einfamilienwohnhauses mit Doppelgarage im Herrenwörth 1.

Bauvoranfrage Nadja und Thomas Dotterweich: Neubau eines Einfamilienwohnhauses mit Doppelgarage in der Anton-Ruß-Straße 1.

Tekturplan von Joachim Sauer (SH Bauelemente, Sandgasse 8): Errichtung von Unterstellhallen auf dem Hinterliegergrundstück Fl.Nr. 41.

Bauantrag Alexander und Claudia Förtsch: Neubau eines Nebengebäudes mit Carport auf Fl.Nr. 2265/3.

Tekturplan Carolin Czoske und René Schmitt: Neubau eines Einfamilienwohnhauses in der Nikolausgasse 9; Errichtung eines zusätzlichen Anbaues.

Antrag von Claus Rippstein, Görleinsweg 1: Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplanes für den Bau eines Gartengerätehauses.

Bauantrag Nadine Prill und Matthias Böllner: Neubau eines Einfamilienwohnhauses mit Einliegerwohnung, Garage und Carport im Zehentwörth 3.

Bauantrag Daniel Jäger: Neubau eines Einfamilienwohnhauses mit Doppelgarage im Zehentwörth 7.

Im Gemeinderat notiert

Dem Antrag der Historischen Interessengemeinschaft „Brennos Freunde“ auf Abhaltung eines Historischen Weihnachtsmarktes mit Sperrung der Sandgasse am 16. Dezember 2017 wurde vom Gemeinderat Sand stattgegeben. Der Historische Weihnachtsmarkt soll künftig alle zwei Jahre abgehalten werden.

In ihrer Stellungnahme zur 1. Änderung des Bebauungsplans „Biogasanlage nördlich der Osttangente“ der Stadt Haßfurt macht die Gemeinde Sand keine Bedenken geltend und gibt keine Anregungen. Die Stadt Haßfurt beabsichtigt mit der Änderung des Bebauungsplanes, die Biogasanlage um ein weiteres Gärproduktelager zu erweitern und eine Fläche für einen Energiespeicher auszuweisen.

Gemeinderat Paul Hümmer führte an, dass eine kürzlich nach vorausgegangener Diskussion vom Gemeinderat durch einen Kompromissbeschluss eine Einfriedungsmauer in Höhe von 1,60 Meter genehmigt wurde, die nun aber in einer Höhe von 1,73 hergestellt wurde. „Das ist eine Unverschämtheit“, so Hümmer, der auch heftige Kritik an der Baubehörde im Landratsamt äußerte, die gegen die entgegen dem Gemeinderatsbeschluss widerrechtlich erstellte höhere Einfriedungsmauer nichts unternehme. „Wieso müssen wir uns im Gemeinderat mit Bauvoranfragen, Bauanträgen und Abweichungen vom Bebauungsplänen befassen, wenn die Baubehörde im Landratsamt sowieso alles laufen lässt?“.

Gemeinderat Heinrich Schmitt brachte nicht zum ersten Mal die stark beschädigten Flurbereinigungswege ins Gespräch, die im Zuge des Kiesabbaus nordöstlich von Sand durch die Firma Dotterweich (SKD) verursacht wurden. In Bezug auf Behebung der Straßenschäden habe sich bisher nichts getan. Bürgermeister Bernhard Ruß führte dazu aus, dass die Firma SKD auf die letzte Fristsetzung reagiert habe, mit einer Baufirma befinde man sich in Verhandlungen.

Gemeinderat Roland Mahr wartete mit der Mitteilung auf, dass die Bauarbeiten, die zur Verlegung des Glasfaserkabels für das schnelle Internet erforderlich waren, dem Ende entgegengehen. Bis zur Kirchweih sollen die meisten der Gehsteig- und Straßenaufbrüche wieder behoben sein.