Jahresrückblick 2015

Jahresrückblick

Jahresrückblick Von Bürgermeister Bernhard Ruß

Sand eine begehrte Wohngemeinde

** SPD hat führend mitgewirkt (PH 3. Bgm.)

Die Bodenknappheit ist einer der Gründe, warum ein Investor eine Brache neben dem Autohaus Gelder aktivieren und zu Bauland umwandeln will.

Was wir uns vornehmen, können wir auch bezahlen

 Investitionen / Schulden als Zukunftinvestitionen (PH 3. Bgm.)

Müllentsorgung bleibt in eigener Hand

 Unsere Argumente haben sich durchgesetzt (PH 3. Bgm.)

Für Parksünder soll es „Knöllchen“ geben

 Das Landratsamt ziert sich noch (PH 3. Bgm.)

Friedhof - Ort der Würde, Kultur und Natur – Neues Feld für Erdurnengräber

 Unser Vorschlag wird umgesetzt (PH 3. Bgm.)

In Zeiten des demografischen Wandels zeigt sich die Bevölkerungsentwicklung in Sand relativ stabil. Die Gemeinde hatte vor 20 Jahren mit dem Einheimischen-Modell ohnehin ein Zeichen gesetzt, dass sie nicht um jeden Preis wachsen wollte. Aus damaliger Sicht war die Entscheidung richtig. Künftig wird die Gemeinde andere Wege gehen müssen, will sie die Einwohnerzahl erhalten oder noch steigern. Zudem haben die Gerichte die Einheimischen-Modelle gekippt.

Ein paar markante Eckdaten:

1996 hat Sand die 3000-Einwohner-Marke überschritten.

2004 wurde mit 3203 Einwohnern der höchste Einwohnerstand verzeichnet. Danach war die Entwicklung bis 2012 auf 3075 Einwohner leicht rückläufig.

In den letzten Jahren sind wieder Zuwächse zu verzeichnen:

2013: 3086 Einwohner

2014: 3105 Einwohner

2015: 3118 Einwohner

Wenn wir mehr Bauplätze hätten, könnten es noch mehr sein

Sand eine begehrte Wohngemeinde

Sand hat in den vergangenen Jahren seine Hausaufgaben gemacht. Die Ortsmitte wurde attraktiv gestaltet, Kanal und Kläranlage an die erweiterten Anforderungen angepasst, Sportstätten modernisiert und mit innovativen Einrichtungen wie einem Kunstrasenplatz ausgestattet, in Kindergarten und Schule mit Kinderkrippe und Ganztagsbetreuung frühzeitig attraktive Angebote für junge Familien gemacht, und vieles mehr. Es ist deshalb mehr als verständlich, dass junge Leute in Sand bleiben bzw. nach Sand ziehen wollen.

Es ist jedoch nicht so einfach, den dafür erforderlichen Platz zur Verfügung zu stellen.

Die Appelle an die Besitzer von Bauplätzen sind ungehört verhallt. Im Gegenteil: Bauland ist inzwischen zum Spekulationsobjekt geworden. Die Preise haben kräftig angezogen.

Die Bodenknappheit ist einer der Gründe, warum ein Investor eine Brache neben dem Autohaus Gelder aktivieren und zu Bauland umwandeln wollte. Auf diesem Grund wollen junge Sander Familien bauen. Von Gemeinderat und Verwaltung wurde die Angelegenheit sauber vorbereitet, die zuständigen Behörden eingeschaltet, zur Bürgerversammlung die Bürger aus Wörth und Siedlung persönlich eingeladen und das Vorhaben vorgestellt.

Zunächst lief alles in ruhigen Bahnen bis im Sommer ein Sturm durch die bayerischen Medien fegte. Dass die lokale Presse über so eine Planung berichtet, ist nicht ungewöhnlich. Dass aber sogar der Bayerische Rundfunk ein Team schickt und landesweit überträgt, eher die Ausnahme. Der BR fand die ganze Angelegenheit nicht so prickelnd. Sein Fazit in der Sendung vom 10. August: „Hier geht es wohl mehr um persönliche Befindlichkeiten als um objektive Sachverhalte.“ Das hat sich auch so bestätigt. Es war wohl mehr ein Sturm im Wasserglas, der dennoch nicht ohne Folgen blieb: Die Verwaltung war über Wochen blockiert, um die Einwendungen zu bearbeiten. Der Gemeinderat hat vier Stunden gebraucht, um diese dann Punkt für Punkt abzuarbeiten.

Im Gegensatz zur ursprünglich eingereichten Planung haben sich dadurch nur geringfügige Änderungen ergeben. Die Zahl der Bauplätze wurde von elf auf neun reduziert, der Retentionsraum wegen der geringeren Auffüllungen von 3.800 m³ auf 1.500 m³ mehr als halbiert.

Eine gravierende Änderung hat sich als Konsequenz des Bebauungsplanverfahrens allerdings in anderer Hinsicht ergeben. Die von den Fachleuten des Wasserwirtschaftsamtes und des Landratsamtes in Aussicht gestellten Ausnahmegenehmigungen für einzelne Bauvorhaben in Wörth und Siedlung werden aufgrund der geführten Diskussion nicht mehr aufrechterhalten. Dies bedeutet, dass dort einzelne Baumaßnamen auf den noch unbebauten Grundstücken nicht mehr möglich sein werden. Diejenigen, die ihr Haus, ihre Scheune, ihre Garage oder ihre Gartenmauer gebaut haben, ziehen den Nutzen daraus, die anderen, die für sich oder ihre Kinder bauen wollten, haben das Nachsehen.

Alles andere als leicht ist auch die Erschließung der Unteren Länge. Hier wollen ebenfalls junge Familien bauen. Hier muss die Gemeinde um jeden Quadratmeter kämpfen, den sie für die Erschließung braucht.

Als Fazit dieser Entwicklung bleibt der Gemeinde künftig nur ein Weg: Die Erschließung von größeren Flächen wie sie im Flächennutzungsplan vorgesehen sind. Nur mit einer Vergrößerung des Angebots kann die Preistreiberei gestoppt und können ausreichend Bauplätze zur Verfügung werden. Alle anderen Mittel sind ausgeschöpft.

Beim Kiesabbau hat die Gemeinde vorausgedacht

Mit einem Antrag auf Erweiterung des Kiesabbaus wird die Gemeinde Sand in nächster Zeit konfrontiert werden. Ein solcher Antrag kommt nicht überraschend. Es ist das Geschäftsfeld eines Kiesunternehmens, solche Bodenschätze dort zu erschließen, wo sie vorhanden sind. Das hat Herr Fritz Dotterweich von der Fa. SKD in einem Fernsehbeitrag in der Sendung „quer“ unmissverständlich zum Ausdruck gebracht. Eine solche Sichtweise eines „Kiesbarons“ kommt nicht überraschend. Wohl schon eher der von einigen Bürgern erzeugte Druck auf die Gemeinde, eine solche Ausbeute abzulehnen, obwohl die Gemeinde Sand vor 18 Jahren bereits einen solchen Beschluss gefasst hat. Durch ihre weitsichtigen Beschlüsse von damals hat die Gemeinde die Voraussetzungen geschaffen, dass sich die Möglichkeit einer Verhinderung der Kiesausbeute heute überhaupt ergibt. Wenn auf Veranlassung der Gemeinde vor 18 Jahren der Regionalplan nicht geändert worden wäre, hätte der Unternehmer jetzt schon ein Anrecht darauf, die derzeitige Abbaufläche bis zur Zeiler Straße zu erweitern.

Mittlerweile haben sich die Wogen wieder geglättet. Die Bürgerinitiative, die sich zur Verhinderung des Kiesabbaus gegründet hat, richtet ihre Aktivitäten inzwischen in Richtung Regierung von Oberfranken und Unterfranken. Das Bergbauamt in Bayreuth ist federführend für das Verfahren, die Regierung in Würzburg ist bei der landesplanerischen Beurteilung genauso mit eingebunden. Dort fallen die Entscheidungen. Und dort gehört der Protest auch hin.

Ich begrüße es sehr, dass die Bürgerinitiative inzwischen diesen Weg gegangen ist. Denn somit stärkt sie die Position der Gemeinde und damit der Bürgerinnen und Bürger von Sand.

Müllentsorgung bleibt in eigener Hand

Es war keine leichte Entscheidung. Nach langen Vorberatungen, Abstimmungen mit den Nachbarkommunen und fast zweistündiger Diskussion im Gemeinderat hat sich die Gemeinde Sand dafür entschieden, die Entsorgung von Restmüll und Grünschnitt weiterhin selbst zu organisieren. Alle anderen Stoffe (einschließlich Sperrmüll) werden - wie bisher auch - vom Landkreis Haßberge entsorgt. Darüber hinaus ist der Landkreis weiterhin für den Transport von Wonfurt nach Schweinfurt und die Verbrennung im dortigen Gemeinschaftskraftwerk (GKS) verantwortlich Zwei Punkte waren es, die letztendlich den Ausschlag dafür gaben, dass die Sand die Müllentsorgung weiterhin in eigener Hand behalten will:

  1. Wenn die Müllentsorgung einmal an den Landkreis übertragen worden ist, gibt es kein Zurück mehr. In umgekehrter Richtung könnte sich die Gemeinde in vier Jahren immer noch entscheiden.

  2. Die Grüngut-Entsorgung hätte nicht mehr in der bisherigen Form erfolgen könne, so dass die Entsorgung über den Landkreis unterm Strich teurer gekommen wäre. Bei der Müllentsorgung ist ein Ende der Diskussion noch nicht in Sicht, nicht nur auf Kreisebene. Der Bund beabsichtigt eine Änderung bei der Erfassung der Wertstoffe durch private Unternehmen. Dies hätte Auswirkungen auf die Abfallwirtschaft im Kreis. Der Kreistag hat deswegen in seiner Sitzung am vergangenen Montag eine Resolution verabschiedet. Die SPD-Kreistagsfraktion hat dazu eine ergänzende Stellungnahme geschrieben, die noch im Umweltausschuss behandelt werden muss.

Für Parksünder soll es „Knöllchen“ geben

Die leidige Falsch-Parkerei beschäftigt alle größeren Gemeinden im Landkreis. Sie stellt nicht nur ein Ärgernis dar, sondern bedeutet oft eine Gefährdung von Fußgängern und Passanten. Das größte Problem für die meisten Gemeinden ist das Quer-Parken im ruhenden Verkehr wie auf Gehsteigen etc., so dass ältere Menschen mit Rollator bzw. junge Menschen mit Kinderwagen behindert werden. Neben der Gemeinde Sand sind auch die Städte Zeil, Königsberg und Ebern sowie die Gemeinde Knetzgau an einer Überwachung des ruhenden Verkehrs interessiert. Nachdem bisher alle Appelle nichts genützt haben, waren wir uns im Gemeinderat nahezu einig, dass gegen Parksünder nur die Abschreckung über den Geldbeutel hilft und sich die Gemeinde an der Organisation einer interkommunalen Überwachung des ruhenden Verkehrs unter Federführung der Gemeinde Knetzgau beteiligt. Derzeit hakt es noch daran, in welcher rechtlichen Form die Zusammenarbeit erfolgen soll. Das Landratsamt will einer Zweckvereinbarung - dies wäre die einfachste Form – nicht zustimmen. Nachdem die Regierung in Würzburg signalisiert hat, dass sie eine Zweckvereinbarung nicht beanstanden würde und es in Bayern genügend Beispiele gibt, wo eine solch relativ unbürokratische Lösung möglich ist, haben sich die beteiligten Gemeinde mit einem Schreiben an den Landrat mit der Bitte um Unterstützung bei der Suche nach einer einfachen Lösung gewandt. In Zeiten, in denen in ländlichen Regionen viele Fragen nur interkommunal gelöst werden können, sollte dafür seitens der Genehmigungsbehörden der Verwaltungsspielraum auch ausgenutzt werden.

Friedhof - Ort der Würde, Kultur und Natur Mit dem dritten Preis auf Landkreisebene wurde die Gemeinde Sand beim Wettbewerb „Unser Friedhof – Ort der Würde, Kultur und Natur“ ausgezeichnet. Landrat Wilhelm Schneider überreichte in einer kleinen Feierstunde die Auszeichnung an die Vertreter der Gemeinde Sand. Insgesamt waren für den Wettbewerb 41 Friedhöfe aus dem Landkreis angemeldet.

Mit den Urnenerdgräbern stehen für Bestattungen im Sander Friedhof neben den normalen Gräbern im alten bzw. im neuen Friedhof, der Urnenbeisetzung in der Urnenwand sowie der Urnenbestattung in der Grünfläche gegenüber der Urnenwand, die jetzt schon genutzt werden kann, dann insgesamt fünf Bestattungsmöglichkeiten zur Auswahl.

Bis die neuen Urnenerdgräber genutzt werden können, müssen jedoch noch einige Vorarbeiten erledigt werden. Unter anderem soll die dichte Hecke zwischen dem bestehenden Gräberfeld im neuen Friedhof und dem neu anzulegenden Urnenerdfeld entfernt und durch eine neue, niedrigere, ersetzt werden. Auch soll die Grasfläche neu angelegt werden. Die Arbeiten sollen im neuen Jahr zügig angegangen werden

Asylbewerber: Krisenherd der Welt hautnah

Mit der Ankunft syrischer Flüchtlinge im August dieses Jahres in unserer Gemeinde ist uns einer der Krisenherde der Welt ganz nah gekommen. Wer sich mit diesen Menschen und ihren Problemen auseinandersetzt, lernt unsere Welt ein bisschen besser zu verstehen. In der Flüchtlingsfrage gilt der gleiche Grundsatz wie in allen Dingen des Lebens: Es ist besser miteinander zu reden als übereinander. 19 junge Männer aus Syrien sind seit Anfang November bei uns in den Räumen unter der Turnhalle untergekommen. Für 20 Syrer war diese Unterkunft von Mitte August bis Ende Oktober ihre erste Station auf deutschem Boden. Inzwischen sind sie in ein Wohnhaus nach Untertheres weitergezogen.

Integration heißt das Gebot der Stunde. Der Begriff Integration ist vom lateinischen integrare (erneuern, ergänzen, geistig auffrischen) abgeleitet und bedeutet in der Soziologie „die Ausbildung einer Wertgemeinsamkeit mit einem Einbezug von Gruppierungen, die zunächst andere Werthaltungen vertreten“. Integration beschreibt einen dynamischen, lange andauernden und sehr differenzierten Prozess des Zusammenfügens und Zusammenwachsens. (Quelle: Wikipedia)

Die Integration wird nur dann gelingen, wenn mach sich entgegenkommt. Und dazu gehört, dass man sich bewegt, dass auch wir uns bewegen. Und dass man mit der Integration so schnell wie möglich beginnt.

Das ist allerdings leichter gesagt als getan, vor allem dann, wenn - wie bei uns in Sand - Menschen aus einem anderen Kulturkreis zu uns kommen, die zum Teil traumatische Erlebnisse zu verarbeiten haben. Dazu kommen noch die Sprachbarrieren und der Umstand, dass die Menschen nur kurze Zeit bei uns in Sand bleiben. Ich bin deshalb den Männern und Frauen dankbar, die sich von der ersten Stunde an eingebracht haben und zur Stelle sind, wenn sie gebraucht werden. Und wir werden deren Einsatz und den weiterer Männer und Frauen auch künftig brauchen.

Zu nennen sind dabei: Alice Rußwurm und ihr Mann Elmar, der Senioren- und Sozialbeirat mit Gerhard Zösch an der Spitze und dem ihm angegliederte Freundeskreis Asyl mit Andrea Rippstein und Sigrid Klinger, die katholische Kirchengemeinde mit Bernhard Trunk sowie Edeltraud und Leo Schnapp an der Spitze. Ganz besonders möchte ich Bernhard Zellmann nennen, der regelmäßig Deutschunterricht erteilt und durch die Vermittlung der deutschen Sprache den ersten Schritt zur Integration leistet.

Die Bedeutung der Sprachvermittlung hat mittlerweile auch die Bundesregierung erkannt. Seit kurzem werden Sprachkurse für syrische Asylbewerber schon in Notfallunterkünften – und um eine solche handelt es sich in Sand - gefördert. Über die Bundesanstalt für Arbeit hat ein bayernweit tätiges Bildungsinstitut mit einer Niederlassung in Haßfurt den Sprachunterricht aufgenommen. Von Montag bis Freitag wird nun täglich von 13 Uhr bis 17.30 Uhr in der Rathausdiele Deutsch unterrichtet. Das ist eine deutliche Steigerung gegenüber den sechs Stunden wöchentlich, die zuvor ehrenamtlich unterrichtet worden sind.

Dennoch bin ich den ehrenamtlichen Deutschlehrern dankbar für das, was sie bisher geleistet haben. Denn Fortschritte waren schon nach wenigen Wochen erkennbar. Die Frage der Unterbringung der Asylbewerber wird ganz Deutschland und damit auch Sand noch eine Weile beschäftigen. Ein Dach über dem Kopf, Heizung und Essen sind zwar wichtig. Sie reichen aber nicht aus. Wir müssen den Zugang zu diesen Menschen finden. Und weil es viele junge Menschen sind, wäre es wichtig, diesen Zugang über junge Menschen bei uns zu finden. Wir müssen deshalb schauen, dass wir junge Leute für die Arbeit im Freundeskreis Asyl gewinnen. Selbst wenn sie nur wenig Zeit haben und nur sporadisch da sind, können sie der Schlüssel zur Annäherung der Kulturen sein.

Beim allem Verständnis für andere Kulturen muss eines feststehen: Die Grundpfeiler unserer Demokratie und unseres Zusammenlebens, die Stellung der Frau und der Familie in der Gesellschaft, die von der Legislative gesetzten rechtlichen Normen, der Primat des Staates vor der Kirche und vieles Mehr dürfen nicht angetastet werden.

Auch diese Position muss erst vermittelt werden. Auch dafür brauchen wir den Dialog. Mit dem Verteilen von Broschüren – so gut diese auch gemacht sind - ist es nicht getan. Auch nicht mit der Nutzung sozialer Medien und digitaler Kommunikation, so hilfreich dies bisweilen auch sein mag.

Der Dialog, das Gespräch, Gesten, sind durch nichts zu ersetzen. Ich wäre deshalb dankbar, wenn sich junge Menschen, wenn möglich mit Englischkenntnissen, melden würden, um diesen Dialog zu führen. In großen Massenunterkünften ist so etwas schwer möglich. Bei überschaubaren Einheiten wie bei uns müsste so etwas machbar sein.

Arbeitsreiches Jahr für die Gremien:

In zehn Gemeinderatssitzungen mit 159 Tagesordnungspunkten und sieben Ausschusssitzungen mit 20 Tagesordnungspunkten wurden die für die Gemeinde wichtigen Belange diskutiert und entschieden. Ich glaube nicht, dass der Arbeitsanfall im nächsten Jahr weniger wird. Für 2016 möchte ich möchte vier Schwerpunkte nennen:

1. Breitbandausbau beginnt im kommenden Frühjahr

Die Deutsche Telekom baut im Frühjahr nächsten Jahres ihr Netz in Sand a. Main aus. Davon werden im nächsten Jahr rund 1200 Haushalte profitieren. Diese Zusage haben die zuständigen Verantwortlichen der Telekom bei einer Besprechung am 30. November im Rathaus gegeben. Diese Zusage wurde auch in den Medien publiziert, so dass wir davon ausgehen, dass die Telekom ihr Vorhaben auch in die Tat umsetzen wird. Die Kosten für den Ausbau in Sand a. Main trägt eigenwirtschaftlich die Telekom, so dass die Gemeinde finanziell nicht belastet wird. Mit Hilfe der eingesetzten Vectoring-Technik verdoppelt sich das maximale DSL-Tempo beim Herunterladen auf bis zu 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s). Bauliche Maßnahmen am Haus oder in der Wohnung des Kunden fallen nicht an.

2. Beitrag zur Kirchensanierung

Nach langen Jahren der Planung hat die Katholische Kirchengemeinde von der Diözese Würzburg die Bewilligung zur Renovierung der Pfarrkirche St. Nikolaus erhalten. Um die Kosten von 1,5 Mio. Euro schultern zu können, hat die Kirchengemeinde von der politischen Gemeinde einen Zuschuss erbeten. Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung in der letzten Woche dem Antrag entsprochen und einen Zuschuss von 150.000 Euro zugesagt.

Darüber hinaus ist die politische Gemeinde für den Bauunterhalt des Kirchturmes zuständig. Nach der Kostenschätzung von Architekt Gerhard Herrlein (Zeil) liegen die Kosten für die Turmsanierung bei 55.000 Euro. Auch wenn die Sanierung in zwei Teilen erfolgt und die Innensanierung erst 2018 begonnen wird, so sind nun alle froh, dass es jetzt endlich losgeht. Beim Pfarrfamilienabend war dies deutlich zu spüren. Wenn dann neben dem Kirchplatz auch die Kirche in neuem Glanz erstrahlt, ist das ein Gewinn für die Ortsmitte und für die ganze Gemeinde.

3. Ausweisung von Bauplätzen und Revitalisierung alter Bausubstanz

Zur Situation beim Bauland habe ich eingangs Ausführungen gemacht, die möchte ich nicht wiederholen. Eine andere Frage wie die Ausweisung von Bauland ist genauso wichtig und die Beantwortung genauso spannend. Wie gehen wir mit dem Altort um? Wie mit der verbrauchten Bausubstanz in den Siedlungen der 60er und 70er Jahre? Energetische Maßnahmen und gestalterische Vorstellungen der neuen Bauherren müssen mit dem Vorgefundenen unter einen Hut gebracht werden. Nicht immer sind Kompromisse möglich, die allen Belangen gerecht werden. Dies wird auch das Aussehen unseres Ortes in manchen Teilen verändern. Dieser Herausforderung müssen wir uns stellen. Einige Einzelfälle mussten wir schon entscheiden. Nicht jeder ist mit dem Ergebnis einverstanden. Nur gilt zu bedenken: In der Phase der Familiengründung entscheidet sich die Frage des Wohnortes. Wer in jungen Jahren einmal weggezogen ist, kommt in der Regel nicht wieder zurück. Häuser, die zu lange leer stehen, werden nicht wieder bewohnt. Auch daran müssen wir in diesem Zusammenhang denken.

4. Behindertengerechter Zugang zum Rathaus

Der Bund hat ein Sondervermögen "Kommunalinvestitionsförderungsfonds" in Höhe von 3,5 Milliarden Euro zur Förderung von Investitionen finanzschwacher Gemeinden und Gemeindeverbände in den Jahren 2015 bis 2018 eingerichtet. Der Anteil für Bayern beträgt 289,24 Millionen Euro, davon entfallen auf Unterfranken rund 56,4 Millionen Euro.

Gefördert werden in dem Kommunalen Förderprogramm, abgekürzt KIP, Maßnahmen zum Abbau von baulichen Barrieren in den Einrichtungen der frühkindlichen Infrastruktur, kommunalen Einrichtungen der Schulinfrastruktur, kommunalen Museen und kommunalen Einrichtungen der Weiterbildung, kommunalen sozialen Einrichtungen wie Mehrgenerationenhäusern, Bürger- und Jugendzentren sowie kommunalen Verwaltungsgebäuden.

Der Antragstellung geht ein Bewerbungsverfahren voraus. Die Bewerbungsfrist endet am 15. Februar 2016. Die Bewerbungen müssen bis dahin vollständig bei der Bezirksregierung vorliegen. Über die Auswahl der Projekte wird am 11. April 2016 entschieden.

Die Gemeinde hat ihre Hausaufgaben gemacht. Architekt Jürgen Rebhan hat eine Planung für den Umbau des Rathauses zur Barrierefreiheit mit Zugang über den Haupteingang, einer behindertengerechten WC-Anlagen und einem barrierefreien Zugang zum Ober- und Dachgeschoss erstellt. Die Kosten für diese Maßnahmen belaufen sich auf 331.300 Euro. Dazu kommen noch 11.000 Euro für eine Brandmeldeanlage. Die Verwaltung wird die Unterlagen rechtzeitig bei der Regierung von Unterfranken einreichen. Die Zuteilung hängt davon ab, wie viele Gemeinden sich beteiligen und wie weit der Topf ausgeschöpft wird. Ein weiteres Kriterium ist die Finanzstärke – oder in diesem Fall besser gesagt – die Finanzschwäche einer Gemeinde. Hoffen wir, dass es klappt.

Apropos Finanzen: Was wir uns vornehmen, können wir auch bezahlen:

Schulden: 1.403.000 €: Vorjahr: 1.541.000 € Abbau um 138.000 €

Pro Kopf: 450 €, Vorjahr: 499 € Rückgang um 49 Euro

Rücklage: 2.100.000 € Vorjahr: 1.900.000 € Zunahme um 200.000 €

Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr

Die Arbeit des vergangenen Jahres wäre ohne die Unterstützung durch viele fleißige Hände nicht möglich gewesen. Mein Dank gilt dafür den Damen und Herren des Gemeinderates, meinen beiden Stellvertreter Gerhard Zösch und Paul Hümmer, den Mitarbeitern in der Verwaltung und im Bauhof. Bedanken möchte ich mich bei der Kirchengemeinde für die Überlassung des Pfarrsaales zur Abhaltung der Gemeinderatssitzungen sowie Alfons Beuerlein für die gute und umfassende Berichterstattung, nicht nur über die Sitzungen des Gemeinderates, sondern über alles, was sich in Sand tut und wichtig ist.

Ich wünsche allen frohe Weihnachten und ein gesundes neues Jahr