In Ebern existieren schon Pläne für ein Leben nach Valeo. Die SPD-Kreistagsfraktion hat nun einen Antrag für die Nachnutzung gestellt.

Paul Hümmer

28. Februar 2026

Technologie-Transfer-Zentrum (TTZ) Haßfurt

In Haßfurt entsteht ein Neubau für das Technologie-Transfer-Zentrum (TTZ) direkt am Schulzentrum mit der Heinrich-Thein-Berufsschule. Ein dreigeschossiger Komplex für Bildung und angewandte Forschung (bes. Kunststofftechnik), geplant für die Fertigstellung Anfang 2028 nach Abrissarbeiten im Frühjahr 2026, um Synergien zwischen Hochschule und Berufsschule zu schaffen und Haßfurt als Hightech-Standort zu stärken.

Die Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen in der SPD (AfA) hat das Thema Neubau eines Technologie-Transfer-Zentrum (TTZ) in der Kreisstadt Haßfurt mit der aktuellen Krisensituation des einst größten Industrieunternehmens in Ost-Unterfranken der Fahrzeugtechnik Ebern (FTE), aktuell Valeo Ebern, in Verbindung gesetzt.

Zielsetzung der SPD-Arbeitnehmer-Organisation war die Idee vorhandene Räumlichkeiten, Betriebsmittel und Technologiewissen von Beschäftigten von Valeo Ebern zu nutzen, anstatt des Neubauprojektes in Haßfurt. Die SPD Kreistagsfraktion wurde gebeten im Kreistag einen entsprechenden Antrag einzubringen. Der Vorsitzende der SPD Kreistagsfraktion, der Bürgermeister der Stadt Ebern, Jürgen Hennemann, ist umgehend aktiv geworden. Jürgen Hennemann selbst lange Jahre erfolgreicher Betriebsratsvorsitzender von FTE-Ebern hat den Vorschlag in einen Antrag an den Landrat manifestiert und hat mit den Landkreisverantwortlichen Gespräche geführt.

In der einer Pressemitteilung hat nun SPD-Fraktionssprecher und Bürgermeister Jürgen Hennemann seine Gespräche zu einer Nachnutzung von freien Kapazitäten und zum Erhalt von Industrietechnologie am Valeo Standort Ebern für die Region, zusammengefasst.

Pläne für Nachnutzung am Valeo-Standort Ebern Neue Presse Ebern/Coburg -Tanja Kaufmann - 25.02.2026 In Ebern existieren schon Pläne für ein Leben nach Valeo. Die SPD-Kreistagsfraktion hat nun einen Antrag für die Nachnutzung gestellt. Ein Vorschlag: die Verlagerung des TTZ aus Haßfurt.

Pressemitteilung SPD Kreistagsfraktion:

Haßberge/Haßfurt/Ebern. Die SPD Kreistagsfraktion hat sich durch Fraktionsvorsitzenden Bürgermeister Jürgen Hennemann an den Landrat Schneider gewandt, mit dem Antrag für den Kreistag: das TTZ (Technologie-Transfer-Zentrum Kunststoff), das in Haßfurt an der Berufsschule in einem Neubau angesiedelt werden soll zu überprüfen und eine Verlegung der Einrichtung nach Ebern als Infrastrukturmaßnahme noch in dieser Wahlperiode im Kreistag zu beschließen.

Wegen dem weiteren Arbeitsplatzabbau und dem Aus der Entwicklung bei Valeo und dem damit wohl eingeleiteten Aus des Standortes Ebern müsse man bereits, leider an eine Nachnutzung denken, so die Begründung im Antrag. Durch Maßnahmen, die im Kreis selbst beeinflusst werden könnten, um dem Arbeitsplatzabbau von Valeo in Ebern etwas entgegen setzen zu können, müsse der Abriss für den Neubau an der Berufsschule in Haßfurt überprüft werden. Geeignete freie Industriegebäude wären in Ebern vorhanden. So stünden bereits das grüne Verwaltungsgebäude am LMV und Teile des LMV (Produktionsräume), wie weitere Fertigungshallen leer, die sofort belegt werden könnten. Das habe auch bereits Valeo angekündigt. Fachpersonal wäre in Ebern zur Unterstützung und Aufbau des TTZ vorhanden. Synergien könnten mit dem Rest Valeo in Ebern und Fischbach (Kunststofffertigung) erzielt werden.

Weiter schlug die SPD in ihrem Antrag vor: Das TTZ könnte ein Grundstock für ein Innovations- und Gründerzentrum sein, in dem neue Firmen oder Forschung (Ableger von Unis, Forschungseinrichtungen oder staatliche Behördenteile) in Ebern angesiedelt werden könnten. Eine Unterstützung der Staatsregierung wäre dazu sicher für den Kreis erforderlich und müsste eingefordert werden. Auch weitere Alternativen wären mit Unterstützung aus München und oder Berlin möglich: Ein Ausbau der Sonderhydraulik, Wehrtechnikbereich bei Valeo durch Staatsaufträge. Dieser Bereich kann auch Grundlage für Aktivitäten im Raumfahrtbereich sein.

Die interne Überprüfung der geforderten Verlagerung des TTZ nach Ebern geschah umgehend durch Landrat Schneider, der in einem Schreiben antwortete, dass er Forderung nach einer Verlagerung des TTZ nachvollziehen kann, diese auf den zweiten Blick wegen sehr vieler Hürden kaum umsetzbar sei.

Es habe Jahre an Überzeugungsarbeit bei der Technischen Hochschule und dem Wissenschaftsministerium gekostet, damit Haßfurt ein Hochschulstandort wird und damit der Landkreis berücksichtigt wurde. Die Entscheidung zur Verlagerung des TTZ liegt in erster Linie nicht bei uns im Kreis, sondern müsste zunächst mit der Technischen Hochschule und dann dem Wissenschaftsministerium verhandelt werden. Wie lange ein solches Verfahren dauert, wäre schwer abzuschätzen. Man wissen aber aus den vielen Verhandlungsgesprächen, dass die Nähe und die optimale ÖPNV Anbindung in Richtung der Standorte Schweinfurt und Würzburg mit ausschlaggebend für die positive Entscheidung war. Zusätzlich müsse man sehen, dass die Anzahl der Arbeitsplätze im TTZ gering sei und diese an den Standort Haßfurt gebunden sind. So die Antwort des Landrates.

Der zweite Bereich des Antrages, die Forderung eines Innovations- und Gründerzentrum für Ebern, mit weiteren Ansätzen für zukünftige Beschäftigung fand Zustimmung beim Landrat, der diese Forderung unterstützt. Die angedeutete substantielle Entwicklung des Betriebsgeländes in Ebern wäre mit der Gründung eines Innovations- und Gründerzentrums eher vorstellbar. Derartige Zentren übernehmen mittlerweile eine zentrale Rolle im Ökosystem für Start-ups und Unternehmensgründungen. Sie bieten den Start-ups und Gründern umfassende Unterstützung an. Ihre Aufgabe geht weit über die reine Bereitstellung von Büroräumen hinaus und umfasst vielfältige Unterstützungsleistungen (Beratung zur Gründung, Entwicklung von Geschäftsmodellen, Mentoring-Programme usw.), die junge Unternehmen stärken und Innovationen fördern. heißt es aus dem Landratsamt. Der Landrat würde die Etablierung eines Gründerzentrums am Valeo Standort unterstützen. Die nächste Gelegenheit böte sich Ende Februar bei der Sitzung des Ministerrates, der in Unterfranken, in Schweinfurt tagen wird. Hier soll u.a. der Abbau der Industriearbeitsplätze und die weitere Entwicklung der Region thematisiert werden. Im Nachgang könne vom Landkreis die Forderung nach einem Gründerzentrum für Ebern bei der Staatregierung konkretisiert werden.

Wegen dieser Antworten vom Landrat hat die SPD Kreistagsfraktion den Antrag auf Behandlung der Verlegung des TTZ von Haßfurt nach Ebern zurückgezogen und bekräftigt die Forderung nach einem Gründer- und Innovationszentrum für Ebern, die vom Landrat dankenswerterweise aufgenommen wurde und weitergetragen wird, erläutert SPD- Fraktionsvorsitzender Jürgen Hennemann.

Info’s aus der Presse zum TTZ Haßfurt In Haßfurt entsteht ein Neubau für das Technologie-Transfer-Zentrum (TTZ) direkt am Schulzentrum mit der Heinrich-Thein-Berufsschule, ein dreigeschossiger Komplex für Bildung und angewandte Forschung (bes. Kunststofftechnik), geplant für die Fertigstellung Anfang 2028 nach Abrissarbeiten im Frühjahr 2026, um Synergien zwischen Hochschule und Berufsschule zu schaffen und Haßfurt als Hightech-Standort zu stärken.

Details zum Projekt: Standort: Am Schulzentrum Haßfurt, in direkter Nachbarschaft zur Berufsschule. Gebäude: Ein moderner, dreigeschossiger Bau mit ca. 4.000 qm Nutzfläche. Nutzung: Das Erdgeschoss und 1. Obergeschoss für die Berufsschule, das 2. Obergeschoss für das TTZ. Forschungsschwerpunkt: Angewandte Forschung, insbesondere in der Kunststoff- und Wellrohrtechnik (TTZ SPPS – Smart Polymer Pipe Solutions). Kosten: Geplante Investitionen von rund 21 Millionen Euro. Zeitplan: Abbruch des Bestandsgebäudes im Frühjahr 2026, Inbetriebnahme geplant für Anfang 2028. Ziele und Vorteile: Stärkung des Landkreises als Technologie-Drehscheibe. Schaffung von Synergien zwischen Berufsschule und Hochschule. Beispielhafte Verbindung von Tradition und Zukunft

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